Persönlichkeitsmerkmale und Beziehungszufriedenheit: Eine empirische Analyse zum Einfluss der Persönlichkeit auf die Zufriedenheit in Paarbeziehungen

von: Milena Michela

Bachelor + Master Publishing, 2015

ISBN: 9783958206038 , 68 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: Wasserzeichen

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Preis: 19,99 EUR

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Persönlichkeitsmerkmale und Beziehungszufriedenheit: Eine empirische Analyse zum Einfluss der Persönlichkeit auf die Zufriedenheit in Paarbeziehungen


 

Textprobe: Kapitel 2.2.2, Kognitionen und Attributionsstile in Paarbeziehungen: Neben den Komponenten Belastungen und Strategien zu deren Bewältigung kommt im Vulnerabilitäts-Stress-Adaptations-Modell auch der Art der im Stresskontext getätigten Kausalattributionen, d.h. der Art der Ursachenfaktoren, auf die das Partnerverhalten zurückgeführt wird, eine wesentliche Rolle hinsichtlich der Beziehungszufriedenheit zu. Dabei wird in diesem Modell ein unmittelbarer Einfluss von bestimmten Attributionsmustern auf die Zufriedenheit in der Partnerschaft postuliert (Fincham/Bradbury 1993). Als Attributionen werden die Ursachenzuschreibungen und kausale Erklärungen für bestimmte Handlungsmotive oder Verhaltensabsichten und ihre Auswirkungen auf emotionales Erleben und Verhalten bezeichnet (Kelley/ Michela 1980: 460). Dabei gehören bestimmte Attributionsmuster in Partnerschaften zu den entscheidenden Denkprozessen (Kognitionen), um die Verhaltensweisen des/der Partners/-in zu verstehen und vorhersagen zu können. In mehreren empirischen Untersuchungen konnte eine enge Beziehung von spezifischen Attributionsmustern und partnerschaftlicher Zufriedenheit belegt werden (z.B. Fincham/ Bradbury 1993; Fincham/ Bradbury 1992; Bradbury/ Fincham 1990; Bodenmann 1995: 146). Bradbury und Fincham (1990) beispielsweise konnten in ihrer Untersuchung zum Einfluss von partnerbezogenen Attributionen auf die Ehezufriedenheit zeigen, dass glückliche Ehepartner die Bedeutung positiver Ereignisse in der Ehe verstärken und zugleich den Einfluss negativer Partnerschaftserfahrungen verringern, indem sie günstige, die Partnerschaft unterstützende Attributionsmuster zeigen. So werden bei Personen, die ihre Beziehung als positiv bewerten, die Gründe für das positive Ereignis vorwiegend beim Partner und nicht in den äußeren Umständen gesucht (interne Attribution). Außerdem werden positive Eheerfahrungen als stabil (zeitlich überdauernd) und global angesehen, d.h. als etwas, das Einfluss auf sämtliche Partnerschaftsbereiche haben könnte. Die Auswirkungen negativer Erfahrungen werden hingegen dadurch verringert, dass das negative Partnerverhalten auf externe, variable bzw. instabile und spezifische Ursachen zurückgeführt wird. Im Gegensatz dazu würden die weniger glücklichen Paare dazu tendieren, die Auswirkungen von negativen Ereignissen in der Ehe durch interne, stabile und globale Kausalattributionen zu maximieren und die des positiven zu minimieren, indem das positive Verhalten des Partners als situativ, variabel und spezifisch attribuiert wird. Die Studie von Bradbury und Fincham deutet in diesem Zusammenhang darauf hin, dass vor allem ungünstige, den Partner belastende, Kommunikationsstile bei negativen Erfahrungen, d.h. internale, stabile und globale Kausalattributionen als Ursache einer geringen Partnerschaftszufriedenheit betrachtet werden können (Bradbury/ Fincham 1990: 29). Bevor die für die vorliegende Arbeit relevanten Hypothesen zum allgemeinen Einfluss von Persönlichkeitsattributen auf die Zufriedenheit in der Beziehung formuliert werden, soll vor dem Hintergrund der eingangs vorgestellten theoretischen Annahmen zunächst einmal der in dieser Arbeit postulierte Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und partnerschaftlicher Zufriedenheit veranschaulicht werden. So lässt sich aus dem sozialpsychologischen Erklärungsmodell die folgende Schlussfolgerung ziehen: Die Persönlichkeit beeinflusst erstens die Einschätzungen der Partner bezüglich des Ausmaßes der Belastung, zweitens die Art und Weise, wie mit der Belastung umgegangen wird bzw. welche Strategien zu deren Bewältigung eingesetzt werden und drittens die Art, in der das Partnerverhalten vor allem bei negativen Beziehungsereignissen interpretiert wird. Diese Komponenten stehen wiederum in engem Zusammenhang mit der Zufriedenheit in der Partnerschaft. Dieser Zusammenhang kann der folgenden Abbildung entnommen werden.